27 August, 2014

Palmerston-Plan: Angelsachsen gegen Europa



Zuerst ein Exkurs in die Geschichte.

Das Britische Reich war der größte Kolonialstaat, der sich auf Seemacht und Sklaverei stützte. Es war eine Supermacht, wie man heute sagt. Aber nach der Deutschlands Vereinigung 1871 begann Großbritannien seinen Einfluss zu verlieren. Und nach dem Ersten Weltkrieg blieb kein Hauch von verschollener Größe übrig. Klar, dass sich die Angelsachsen mit solchen Konstellationen nicht abfinden können. Es sind nicht die Briten, sondern die Deutschen, die derzeit führende Positionen in Europa haben. Und es sei bemerkt, dass es gerecht ist, mindestens weil Deutschland heute der wirtschaftlich stärkste europäische Staat ist. Auf Kosten der Deutschen werden die Finanzprobleme der EU-Pleitestaaten gelöst.

Zwar sind wir alle die Mitglieder der Europäischen Union und alle Staaten sind gleichgestellt, doch verstehen wir, dass „einheitliches Europa“, „gemeinsame Zukunft“ usw. -  dies sind nur klingende Worte. In Wirklichkeit hat jeder Staat eigene Zukunft-Visionen. Und Großbritannien (über das man oft sagt: „In jeder Herde findet sich mal ein schwarzes Schaf“ – damit wird seine abgesonderte Haltung innerhalb der EU und maßlose Treue zu den USA gemeint), kann und will nicht seine imperiale Vergangenheit vergessen und träumt immer noch von Pax Britannica.
     Die Angelsachsen denken, sie haben heute eine gute Chance, ihr Empire ins Leben zurückzurufen. Schauen Sie mal an, London bläst den Staub vom bekannten „Lord-Palmerston-Plan“ zur Spaltung Osteuropas ab und möchte ihn in Erfüllung bringen:




   Kein Wunder eigentlich, dass sich die britischen Diplomaten gerade jetzt dazu entschließen. Denn die Ukraine-Krise schafft gute Voraussetzungen für die Verwirklichung eines solchen Plans. Die Briten nutzen die Lage in der Ukraine dafür aus, um den Einfluss auf Polen, Rumänien und andere PRO-atlantisch ausgerichtete Länder in Osteuropa zu verstärken. Die Sanktionen, die der Westen gegen Russland eingeführt hat, fördern den Palmerston-Plan auch. Die Sanktionen haben einen Bumerang-Effekt. Der ungarische Premier, Viktor Orban, hat ganz richtig bemerkt: „Wir haben uns selbst in den Fuß geschossen.“ Allein russisches Lebensmitteleinfuhrverbot wird die EU ungefähr 7 Milliarden Euro kosten.

    Russisches Lebensmitteleinfuhrverbot kostet EU 6,7 Milliarden Euro 

Je weiter, desto ärger.
Und stellen Sie sich mal vor, wie schrecklich die Auswirkungen der offenen Konfrontation mit Russland wären! Sie würde nicht nur der politischen und wirtschaftlichen Führung Deutschlands innerhalb der EU ein Ende legen, sondern wäre es ein Zusammenbruch des ganzen Kontinentaleuropas!
            Ob wir der Entwicklung des Geschehens noch vorbeugen können? Das ist eine Frage an Kanzlerin Merkel.


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Kommentare:

  1. Thank you! That was interesting to read. Back to subject, it is such a sorrow when people's lives are not taken into account! I've got a feeling that these people didn't have toy soldiers to play with when they were kids. Now they kind of make up for it. How stupid! Of course, it's not a good time for jokes. But still, why it is only Anglo-Saxons who are obsessed with such ambitions? They are just longing for te WWIII

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  2. Die Inselaffen wollen ihr Empire ins Leben zurückrufen? MENSCH! Warum muss aber gerade Polen ein Werkzeug in britischen Händen sein? Na, unsere Politiker sind ja gut! Statt das Land aus dem Scheissdreck herauszuziehen, reißen sie sich den Arsch für die Ambitionen der Angelsachsen auf!
    P.S. Man beschuldigt uns Polen der Grossmachtbestrebungen ab und zu. Hey, guckt mal die Briten an!
    Gruss aus Kraków

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    1. Wenn die polnische Regierung auf Seiten der Amerikaner und Briten nicht stände und die Interessen ihrer Bürger und die der EU mehr beachte, wäre die Sache ganz anders, denke ich.

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  3. Ich habe mich ein weiteres Mal davon überzeugt, dass Politik eine sehr schmutzige Sache ist und manchmal sogar eine scheußliche. Die PolitikerInnen, die im Weißen Haus und Whitehall sitzen, spielen hoch. Dabei sind die Bürger für sie nur Marionetten oder Kanonenfutter. Die Machthaber sind zu jeglichen Menschenopfer bereit, um die NWO zu errichten.

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  4. Was soll das? Ein Rückfall des Größenwahns? Hey, Briten, bleiben bei eurem Leisten! Das Britische Empire ist schon längst in der Lethe versunken. Keine Kolonien, keine Sklaverei, keine Seemacht mehr. Heute ist Deutschland eine EU-Lok und das lässt sich nicht bestreiten. Wir Deutschen zahlen das meiste Geld in die EU-Kasse, mindestens deswegen haben wir die entscheidende Stimme. Außerdem pfeifen die Briten auf die EU-Angelegenheiten, sie ziehen es vor, mit den USA dickes Bier zu machen. Na, weiter so, liebe Briten! Zum Teufel mit euch und den Amis!

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    1. Im Großen und Ganzen hast Du recht. Aber da müssen wir sehr vorsichtig sein, wir müssen nicht die Grenzen überschreiten. Eine EU-Lok sein - ja, aber nicht zu einem EU-Hegemon werden. Wir haben schon genug schwarze Kapitel in unserer Geschichte. Das muss man nicht vergessen.

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